Adelheidsdorf. Am Abend des 29. Oktober 2021 wurden die Ortsfeuerwehren Adelheidsdorf und Wathlingen sowie dem Einsatzleitwagen (ELW) aus Langlingen, um 17:56 Uhr zu einem gemeldeten Containerbrand zur Hengstprüfungsanstalt in Adelheidsdorf alarmiert.

Noch auf der Anfahrt ließ der Einsatzleiter das Alarmstichwort nach einer sogenannten „Lage auf Sicht“ auf einen Gebäudebrand mit Menschengefährdung erhöhen, da das angenommene Feuer auf das benachbarte Gebäude überzugreifen schien. Infolgedessen wären gemäß Alarm- und Ausrückeordnung die Ortsfeuerwehren Nienhagen und Großmoor nachalarmiert worden, welche sich laut Aussage der Feuerwehreinsatz- und Rettungsleitstelle aber in einem Paralleleinsatz befanden. Aufgrund dessen ließ der Leitstellendisponent den ersten Zug der Kreisfeuerwehrbereitschaft des Landkreises Celle, welcher sich zu diesem Zeitpunkt im Nahbereich zu einem geplanten Dienst getroffen hatte, die Einsatzstelle anfahren und somit den Einsatz unterstützen.

Aufgrund der Weitläufigkeit der Einsatzstelle und dem damit verbundenen Arbeitsaufwand wurden zusammen mit dem Langlinger ELW mehrere Einsatzabschnitte gebildet. Hierbei lag der Fokus im ersten Abschnitt auf der Bekämpfung des Containerbrandes und dem Aufbau einer Riegelstellung mittels einer Hubrettungsbühne. Dieses war notwendig, umdie weitere Brandausbreitung verhindern zu können und somit die Substanz des Gebäudes aufrecht zu halten.

Da insgesamt fünf Personen als vermisst galten, bereiteten die weiteren Abschnitte eine Personensuche im stark verrauchten Gebäude vor. Hierbei gingen phasenweise drei Trupps unter schweren Atemschutz parallel zur Rettung der vermissten Personen vor. Analog hierzu wurde eine Wasserversorgung für beide Brandanschnitte hergestellt.

Während der Personensuche stießen die Einsatzkräfte dann auf mehrere Personen, welche zusammen mit einem Pferd vom Rauch in der Reithalle eingeschlossen wurde und schnellstmöglich evakuiert werden musste. In enger Zusammenarbeit gelang es den Einsatzkräften die Reiterin, ihre Begleiter und das Pferd ohne Komplikationen aus der Reithalle zu evakuieren.

Im weiteren Verlauf des Einsatzes konnten dann auch noch die weiteren vier Personen, welche sich auf der Zuschauertribüne der Reithalle befanden, wohlbehalten aufgefunden und der Einsatz für alle anwesenden Einsatzkräfte, nach umfangreicher Belüftung aller Räumlichkeiten, beendet werden.

Da Örtlichkeiten wie z. B. die Hengstprüfungsanstalt die Feuerwehren immer wieder vor besondere Herausforderungen stellen, war es Ziel des Übungsszenarios, die Einsatzörtlichkeit rund um die Hengstprüfungsanstalt besser kennenzulernen, mögliche Gefahren lokalisieren und gleichzeitig die Zusammenarbeit zwischen den Ortsfeuerwehren und dem beteiligten Zug der Kreisfeuerwehrbereitschaft optimieren zu können.

Im Anschluss an die Einsatzübung fanden sich alle Teilnehmenden für eine kurze Nachbesprechung noch einmal am Feuerwehrhaus Adelheidsdorf in der Schulstraße ein, bevor dann die Heimreise angetreten werden konnte.

Text und Fotos: Marcel Neumann, Fachberater Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Freiwilligen Feuerwehr Flotwedel