Am 22.08.2026 übten, teile der Kreisfeuerwehrbereitschaft Celle sowie die Kreisfeuerwehrbereitschaft Harburg gemeinsam in den Gemeinden Lachendorf und Flotwedel. Gegen 8.00 Uhr am Samstagmorgen trafen die ersten Einsatzkräfte aus Harburg in Lachendorf ein. Als Bereitstellungsraum war das Immanuel-Kant-Gymnasium Lachendorf ausgewiesen, wo sich alle Einsatzkräfte sammelten. Nach einem gemeinsamen Frühstück ging es schon los zu den ersten beiden Übungen. Zunächst wurden die Führungskräfte in die Übungslagen eingewiesen und bekamen eine erste Lagedarstellung. Am Vormittag fanden die ersten zwei Übungen in der Samtgemeinde Lachendorf statt unter anderem bei der Firma „Drewsen Spezial Papiere“ in Lachendorf und bei der Raiffeisen Technik in Beedenbostel.
Übung bei der Firma „Drewsen Spezial Papiere“
Die Ortsfeuerwehr Lachendorf, welche zu einer ausgelösten Brandmeldeanlage auf das Gelände von Drewsen alarmiert wurde, erkundeten als Erstes die Lage vor Ort. Aufgrund eines sich schnell ausbreitenden Vegetationsbrand im Bereich des biologischen Klärwerks war das Gebäude bereits stark verraucht. Laut Aussage eines Mitarbeiters befanden sich noch mehrere Personen im Gebäude. Aufgrund der Lage forderte der Einsatzleiter die Brandbekämpfungszüge der Kreisfeuerwehr Harburg zur Unterstützung an. Durch die Einsatzkräfte wurden 10 Personen aus dem verrauchten Gebäude gerettet. Hierzu kamen mehrere Trupps unter schwerem Atemschutz zum Einsatz, welche sich durch den dichten Rauch nur unter sogenannter „Nullsicht“ im Gebäude bewegen konnten. Parallel zu der massiven Menschenrettung im Gebäude wurde im Außenbereich eine Brandbekämpfung eingeleitet, um eine weitere Ausbreitung des Vegetationsbrandes zu verhindern. Um genügend Löschwasser vor Ort zur Verfügung zu haben wurde eine Wasserentnahmestelle an einem benachbarten Teich eingerichtet und über eine längere Schlauchleitung zur Einsatzstelle gefördert. Nach rund 2,5 Stunden war die Übungslage abgearbeitet und die Einsatzfahrzeuge konnten wieder einsatzbereit gemacht werden. Bei einer Nachbesprechung wurde der Ablauf der Übung ausgiebig besprochen und die Einsatzkräfte bekamen ein Feedback zu den eingeleiteten Maßnahmen.





Übung bei der „Raiffeisen Technik“ Beedenbostel.
Bei einer Verpuffung in einer Anlage, wurden mehrere Personen verletzt und waren stellenweise eingeklemmt. Um alle verletzten Personen ausfindig zu machen und anschließend zu retten wurde der Zug, welcher speziell für technische Hilfeleistung ausgebildet ist zu der Einsatzstelle alarmiert. Vor Ort wurden die Einsatzkräfte von einem Mitarbeiter in Empfang genommen und bekamen einen kurzen Überblick über das Gelände. Eine Erkundung ergab, das fünf Personen durch die Einsatzkräfte gerettet werden mussten. Eine Person war zwischen zwei Containern eingeklemmt, welche mittels Muskelkraft und Absprache auseinander gedrückt wurden, um die Person zu befreien. Die zweite Person war unter schweren Betonteilen eingeklemmt. Die Betonteile wurde mit Hölzern und Gurten gegen wegrutschen und Bewegung gesichert. Mit sogenannten „Büffelwinden“ wurden die Betonteile langsam und gleichmäßig angehoben, sodass der Patient in enger Absprache mit dem Rettungsdienst befreit werden konnte. Des Weiteren wurde ein dritter Dummy mittels Schleifkorbtrage und Leiterrutsche von einem Podest eines Silos gerettet. Die größte Herausforderung für die Einsatzkräfte war die Rettung zweier Dummy aus dem rund 40 Meter hohem Silo. Die Dummys waren nur über ein enges und schmales Treppenhaus zu erreichen, was die Rettung ungemein erschwerte. Einer der beiden im Silo befindlichen Dummys musste mithilfe eines Flaschenzuges aus dem Getreidesilo gerettet werden. Auch an dieser Übungseinsatzstelle waren alle Dummys nach rund 2 Stunden gerettet und die Einsatzkräfte konnten wieder in den Bereitstellungsraum verlegen.




Nachdem die beiden Vormittagübung erfolgreich abgearbeitet wurden und alle Einsatzkräfte den Bereitstellungsraum erreicht hatten, gab es ein gemeinsames Mittagessen. Im Anschluss des Mittagessens hatten alle Einsatzkräfte in der Mittagspause neue Kraft zu sammeln für die Nachmittagsübungen. Gegen 14 Uhr gab es für die Führungskräfte die Lageeinweisung und Einsatzaufträge für die geplanten Übungen am Nachmittag. Die Nachmittagsübungen fanden in dem Waldstück zwischen Lachendorf und Opperhausen (Allerheide) statt sowie im Wochenendhausgebiet Nordburg.
Übung im Waldstück „Allerheide“
Nach einem schweren Unwetter wurde ein Rettungswagen in das Waldstück zu einem verunfallten Waldarbeiter alarmiert. Da die zufahrt, zum Einsatzort durch mehrere umgestürzte Bäume versperrt war, wurde der technische Hilfeleistungszug der Feuerwehr Harburg vom Rettungsdienst zur Unterstützung angefordert. Nach der Erkundung vor Ort gingen mehrere Trupps mit Motorkettensäge vor, um die Zufahrt zum verunfallten Waldarbeiter befahrbar zu machen. An der Unfallstelle war ein Waldarbeiterdummy unter zwei Bäumen eingeklemmt und wurde von dem Rettungsdienst betreut. Ein weiterer Waldarbeiter saß mit einem Schock in einer Forstmaschine. Durch die Einsatzkräfte mussten mehrere Bäume gefällt werden, um ein gefahrloses Arbeiten an den Patienten zu ermöglichen. In enger Absprache mit dem Rettungsdienst befreiten die Einsatzkräfte den eingeklemmten Dummy und unterstützten beim Patientengerechten Transport aus dem Wald.




Übung Wochenendhausgebiet Nordburg
Ein größerer Waldbrand bedrohte das Wochenendhausgebiet Nordburg. Aufgrund des angenommenen Windes drohte das Feuer auf die Wohnsiedlung überzugreifen. Durch die Einsatzkräfte wurde eine Brandbekämpfung eingeleitet und der Waldbrand wurde von mehreren Seiten angegriffen. Um den massiven Löschangriff mit Wasser zu versorgen wurde an der rund 1,5 km entfernen Aller eine Wasserentnahmestelle eingerichtet. Über eine Schlauchleitung gelangte das Wasser du den Einsatzkräften an den Strahlrohren. Parallel zu den Löscharbeiten wurde erkundet wie viele Personen sich noch in dem Wochenendhausgebiet befinden. Die Bewohner des Wohngebietes (welche von der Gemeinde-Jugendfeuerwehr Flotwedel gespielt wurden) wurden aus ihren Häusern evakuiert und an einem Sammelplatz betreut. Durch mehrere Mannschaftstransportwagen wurden die evakuierten Bewohner zu einer Unterbringungsmöglichkeit transportiert. Rund 2,5 Stunden nach Übungsbeginn waren auch hier alle Brände gelöscht und die Bewohner der Wohnsiedlung waren evakuiert.





Im Anschluss der beiden Nachmittagübungen verlegten alle Einsatzkräfte wieder in den Bereitstellungsraum am Immanuel-Kant-Gymnasium Lachendorf und es wurde noch eine kurze Nachbesprechung durchgeführt. Nach einem langen,Erfolgreichen und Eindruckvollen Tag konnten die Einsatzkräfte der Kreisfeuerwehrbereitschaft Harburg gegen 18.00 Uhr die rund zweistündige Heimreise antreten.
Im Großen und Ganzen war es ein erfolgreicher Tag für alle beteiligten. Ein Dank geht an alle Unterstützer, Darsteller, Ausarbeitende und Beteiligten dieser Großübung.
Text: Lukas Kükemück, stellv. Pressesprecher Kreisfeuerwehr-Celle
Bilder:
Lukas Kükemück, stellv. Pressesprecher Kreisfeuerwehr-Celle &
Mathias Wille, Pressesprecher Kreisfeuerwehr Harburg