Die Chronik des Kreisfeuerwehrverbandes Celle e.V.

Die Feuerwehren im Landkreis Celle 

Die Ära der Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Celle begann 1864 mit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr in Celle.

Die in den vergangenen Jahrzehnten stetig gestiegene Bevölkerungszahl sowie die Entwicklung von Gewerbe und Industrie, und das nach der Deutschen Einheit enorm gewachsene Verkehrsaufkommen, haben das Aufgabenspektrum der Freiwiliigen Feuerwehren im Landkreis Celle stark verändert.

An herausragenden Ereignissen seien hier erwähnt:

  • 13.11.1972 Sturmkatastrophe
  • 10.08.1975 WaldbrandkatastropheEschede/Hermannsburg/Celle
  • 10.05.1976 Waldbrandkatastrophe Eschede/Unterlüß
  • 01.04.1984 Flugzeugabsturz (aufmunitionierter britischer Kampfjet) bei Eschede
  • 30.06.1992 Waldbrandkatastrophe Eschede/Hermannsburg
  • 03.06.1998 ICE-Katastrophe Eschede

Zur Bewältigung der vielfältigen Aufgaben des Brandschutzes und der Hilfeleistung stehen in 12 Stadt- und Gemeindefeuerwehren mit 76 Ortsfeuerwehren, eine Gemeindefeuerwehren ohne Ortsfeuerwehren und 2 nebenberuflichen Werkfeuerwehren (Rheinmetall W&M GmbH, Unterlüß, u. Hostmann-Steinberg GmbH, Celle) insgesamt 3.129 aktive Feuerwehrfrauen und -männer bereit.

Die Technische Ausrüstung wurde aufgrund ständig neuer Anforderungen, aber auch aufgrund der Erfahrungen aus den vorgenannten Großschadenslagen stets verbessert und erweitert. So stehen den Feuerwehren im Landkreis Celle insgesamt 210 Einsatzfahrzeuge zur Bewältigung der verschiedensten Aufgaben zur Verfügung:

  • Wegen des erheblichen Waldanteiles 64 Tanklöschfahrzeuge (TLF) vorgehalten.
  • Für die Technische Hilfeleistung stehen 7 Rüstwagen (RW) und 1 Gerätewagen mit Zusatzbeladung (GWZ) bereit.
  • Die Technische Einsatzleitung (TEL) erhielt 2000 einen neuen Einsatzleitwagen (ELW 2), so dass jetzt mit dem ELW 2 der Stadtfeuerwehr Celle, den 3 ELW 1 (Abschnitts-ELW) und einem allradgetriebenen Funkkommandowagen (FuKoW) die Einsatzleitung der Kreisfeuerwehr Celle für die Bewältigung von Großschadenslagentechnisch gut gerüstet ist.
  • Für die Gefahrgutabwehr stand bisher nur ein Gefahrgutzug der Stadtfeuerwehr Celle für das gesamte Kreisgebiet zur Verfügung.

Nach Vorbereitung im Arbeitkreis „Gefahrgutabwehr“ der Kreisfeuerwehr Celle ab 2000 werden in 2003/04 auf Beschluss des Kreisausschusses zusätzlich 7 Gefahrgutstützpunkte mit je 4 Vollschutzanzügen zur schnelleren Personenrettung und je einer Gerätegrundausstattung zum Messen, Absperren und Abdichten aufgebaut.

Die Feuerwehr-Einsatz- und Rettungsleitstelle (FEL/RLS) ist in den Räumen der Kreisverwaltung untergebracht und verfügt über 3 Arbeitsplätze, die ständig von jeweils 2 Disponenten im Schichtdienst besetzt sind. Im Tagesdienst steht ggf. der Leiter der FEL/RLS und bei Bedarf auf Abruf weitere Disponenten bei Großschadenslagen zur Verfügung.

In der FEL/RLS sind pro Jahr durchschnittlich rd. 43.000 Aktivitäten zu bewältigen, wobei ca. 60 % im Bereich des Krankentransports- und Rettungsdienstes liegen. Ebenfalls von dieser Stelle aus wird bei Bedarf die Notfallseelsorge im Landkreis Celle eingesetzt. Diese Einrichtung, die seit 1994 aufgebaut wurde, hat sich, obwohl zu dem Zeitpunkt noch nicht flächendeckend installiert, bei der ICEKatastrophe von Eschede bestens bewährt.

Nach der ICE-Katastrophe von Eschede wurde vom Deutschen Feuerwehrverband die Stiftung „Hilfe für Helfer“ gegründet. Der Stiftungsbeirat, dem aus Niedersachsen der Geschäftsführer der FUK Niedersachsen, Michael Riggert der Fachberater für Seelsorge im LVF Niedersachsen, Frank Waterstraat und als fachliche Begleitung der Celler Ehrenkreisbrandmeisters Gerd Bakeberg angehören, trifft sich jährlich zu seinen Sitzungen in Eschede.

Im Landkreis Celle liegt auch eine der beiden Standorte der Niedersächsischen Akadermie für Brand- und Katastrophenschutz. Die Schwerpunkte der Ausbildung für freiwillige und hauptberufliche Feuerwehrmitglieder liegen heute neben der Brandbekämpfung in den Bereichen Gefährliche Stoffe, Technische Hilfeleistung, Führen großer taktischer Einheiten, Ausbildung der Ausbilder, Leitstellenpersonal und sind auch durch die Bemühungen um den Umweltschutz geprägt.

Die Feuerwehr-Technische-Zentrale (FTZ) wurde 2003 in Hambühren in Betrieb genommen. Hier stehen auf einem Gelände von rd. 11.000 m2 Baulichkeiten mit einer Grundfläche von rd. 1.100 m2 zur Verfügung. Die Bereiche Ausbildung, Atemschutzübungsanlage, Atemschutzwerkstatt, CSA-Waschanlage, Pumpenprüfanlage, Schlauchwerkstatt und Werkstatt für Hilfeleistungsgeräte werden von 3 hauptamtlichen Mitarbeitern, 12 ehrenamtlichen Kreisausbildern und dem Kreisausbildungsleiter betreut.

Die Leitung der Kreisfeuerwehr Celle wird vom Kreisbrandmeister Dirk Heindorff, sowie seinen beiden Stellvertretern Willi Lucan und Volker Prüsse ausgeübt.  Um das ständig steigende Aufgabenfeld auf mehreren Schultern tragen zu können, hat der Kreistag 2002 zugestimmt, dass ein 2. Stellv. Kreisbrandmeister eingeführt wird.

Die 12 Stadt-/Gemeindefeuerwehren, 76 Ortsfeuerwehren, 2 Werkfeuerwehren, 42 Jugendfeuerwehren (JF), 10 Kinderfeuerwehren (KF) und 8 Musik-/ Spielmannszüge sind im bereits 1908 gegründeten Kreisfeuerwehrverband Celle e. V. (KFV) zusammengeschlossen und betragten zum 31.12.2014 insgesamt 5325 Mitglieder.